In einer jungen Branche, ohne etablierte Berufsausbildung fehlt es auch deshalb an qualifiziertem Führungspersonal, weil die
Kriterien zur Beurteilung sowie die Anforderungen sich erst heraus kristallisieren. Folge ist, dass die Rekrutierung von fachfremden
Personal nicht nur unverhältnismäßig teuer, sondern auch unsicher ist. Wenn man nicht weiß, auf welche Fähigkeiten
man achten muss, sind Fehler bei der internen und externen Personalauswahl vorprogrammiert. Selbst wer in seinem Lebenslauf mit
wohlklingenden Posten überzeugt, kann in einem Call Center gänzlich fehl am Platz sein. Was immer noch fehlt, ist ein
klarer und anerkannter Katalog von den verschiedenen Stellenbeschreibungen der Führungsebenen. Solange nicht einmal die Bezeichnungen
der Führungspositionen vereinheitlicht sind, ist es schwierig klare Anforderungsprofile zu entwerfen.
In kaum einer anderen Branche ist dieses “Insel- Phänomen” besser zu beobachten. Gute,
gar akademisch ausgebildete Arbeitnehmer, ziehen eine Karriere im Call Center meist gar nicht in Betracht,
weil sie schlicht nicht wissen, was ein „Inbound Manager“ oder ein „Teamleader Call and
Communications“ eigentlich macht und was er für Karriereaussichten hat. Um die oft steilen Aufstiegschancen
wissen die wenigsten. Der Zulauf an Fachkräften “von außen” ist also gering.
Was liegt also näher als auf die Menschen zurückzugreifen, die sich in der Arbeitswelt der Branche bereits als erfolgreiche Mitarbeiter bewiesen haben? Von diesen gilt es zu lernen. Denn nur der Vergleich mit dem tatsächlichen Erfolg “on the job” ermöglicht auch die Entdeckung verborgener Talente mit ähnlichem Potentialprofil. Eine der vielen Initiativen, die profiTel ergreift, um den chronischen und qualitätsgefärdenden Führungskräftemangel der Branche zu lindern, besteht im Talentscreening. In Kooperation mit der ANTES – International GmbH läuft dieser Tage ein Programm an, in dem wir Unternehmen dabei helfen, ihre besten Mitarbeiter zu identifizieren, deren Methoden und Strategien zu erkennen und zu objektivieren, damit diese für bisher nur durchschnittliche Mitarbeiter fruchtbar gemacht werden können. Mit dieser online-gestützten Analysetechnik können auch Bewerber um ein vielfaches effizienter beurteilt werden.
Natürlich wäre es sehr hilfreich, wenn die Attraktivität der Branche unter den Bewerbern – vor allem unter den gut ausgebildeten – höher wäre und sich hochqualifizierte und karrierebewusste Berufseinsteiger von selbst zu hauf melden würden. Aber das wird nicht von alleine geschehen. Laut einer Umfrage der Personalberatung Gordelik soll genau das aber in den kommenden Jahren vermehrt geschehen. “Employee – Branding” heißt das Zauberwort. Für begehrte Fachkräfte attraktiv werden und es für die im eigenen Hause geschulten Profis bleiben, lautet das Ziel. Wenn dies zu common sence wird, wollen wir von profiTel diesen Trend nach Kräften unterstützen – wie wir es seit 25 Jahren schon tun.
Ihr Wolfgang Wiencke