Servicewüste Deutschland:
König Kunde als Bittsteller in renommierten Autohäusern


“Wer sich einen aktuellen Jaguar nicht leisten sollte, hat halt Pech gehabt und kann eben keinen Jaguar fahren!“, so ein Mitarbeiter des Jaguar-Autohauses in Kronberg auf die Anfrage eines bisher sehr zufriedenen Jaguarfahrers nach der Möglichkeit, als Nachfolgefahrzeug für seinen bisherigen Firmenwagen einen im Jahr 2003 letztmalig gebauten Jaguar Daimler bekommen zu können. „Sie können ja mal im Internet gucken, ob Sie dort einen Oldtimer finden!“

Ein Hoch auf die Kundenorientierung dieses einfühlsamen Verkäufers!

Um diese brüskierende Auskunft zu erhalten, hatte der betroffene Kunde sich bereits mehrfach telefonisch bemüht, überhaupt mit einem zuständigen Verkäufer sprechen zu dürfen.
Der erste, von der Zentrale vermittelte Verkäufer wimmelte ihn mit dem Spruch, er sei nicht zuständig, kurzerhand ab. Als bei einem zweiten über die Zentrale gestarteten Versuch diese ihn wieder mit demselben Mitarbeiter verbinden wollte, wies der Kunde vorsichtshalber darauf hin, dass dieser Kollege doch nicht zuständig sei. Und was erfuhr er da mit entwaffnender Ehrlichkeit von seinem Gesprächspartner in der Zentrale? „Das macht der gerne so, er macht halt lieber Aston Martin!“.

Herzlichen Glückwunsch zu einem solchen Vertrieb!

Nun könnte man meinen, diese Geschichte sei ein trauriger Einzelfall. Leider nein. Zum selben Zeitpunkt bemühte sich ein weiterer Kollege ebenfalls um einen neuen Firmenwagen, allerdings bei Audi in Pforzheim. Als sich dort herausstellte, dass der - ebenfalls deutlich über 50.000,- Euro teure - Wagen nicht vor Ort gekauft, sondern über die Firmenzentrale in Bonn bestellt werden würde, verlor der regionale Händler schlagartig das Interesse an dem potenziellen Kunden...

Wen wundert es da noch, dass die Autoindustrie über Umsatzrückgänge klagt?!